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Hundehalterbrevet Derendingen

Mehr durch Zufall, als mit Absicht, kam ich mit meiner Kollegin auf das Thema Hundehalterbrevet. Ihr Freund besitzt selber zwei Schäferhunde und so, waren wir in unserem Gespräch rasch beim Schäferhundclub Derendingen und diesem bevorstehenden Hundehalterbrevet vom 15.03.2008. Nach einem Gespräch mit Frau Gautschi fasste ich dann den Mut und meldete mein Freund und mich an. Frau Gautschi erklärte mir die Details und betonte, dass nur noch wenige Plätze frei sind.
Kurz darauf erhielten wir vom SKG das Heftchen, welches uns vorgab, was mit dem Hund zu absolvieren ist und was erfüllt sein muss, damit die Prüfung als Bestanden gilt.

Als ich von der Übung las, bei welcher man den eigenen Hund abrufen muss, obwohl ein anderer Hund hinter dem Zaun hin und her rennt, schluckte ich schon zum ersten mal leer. Ausgerechnet mein lebhafter Rüde I-Mac sollte da auf Anhieb kehren, resp. gehorchen. Zudem durfte man höchstens drei Befehle geben. Mein Herzschlag wurde schneller, würden wir das schaffen? Nun wusste ich was zu üben war. Viel Zeit blieb nicht mehr.

Wie immer besuchte ich die Hundeschule und auf meinen täglichen Spaziergängen nutzte ich zur Übung vorbeifahrende Biker, oder vorbeilaufende Jogger und natürlich andere Hunde. Hin und wieder sprach ich wildfremde Hundehalter an, ob sie mich mit ihren Hunden evtl. noch einmal kreuzen würden. Sie waren sofort bereit mir zu helfen, sogar mir die Hand zu geben und mich direkt anzusprechen. I-Mac hatte gute und schlechte Tage bei diesen Übungen. Meistens waren es aber die anderen Hunde, welche nicht bestanden hätten. Diese Leute fragten dann oft auch, was ich da für eine Prüfung ablegen wolle, und hörten mir gespannt zu. Andere erklärten mir dann sofort, wo ihr Hund wohl am meisten Probleme hätte. Ein weiterer Vorteil, um gleich auf das Hundehalterbrevet aufmerksam machen zu können.

Die Tage vergingen, und der Prüfungstag rückte näher. Früh morgens, standen wir auf und fütterten unsere beiden Hunde. Zwei Stunden später ging es auf zu einem ausgiebigen Spaziergang. Dort war Schnüffeln und spielen erlaubt. So, dass die Hunde sich schon einmal ordentlich austoben konnten. Zu Hause war nochmals Ruhe angesagt, während wir alles (Leinen, Wasser, Impfausweise, Anis-Karte, SKG-Ausweis, Goodies, Spielzeug) vorbereiteten. Selber wurde ich jetzt doch langsam nervös. Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass doch ein wenig Ambitionen vorhanden waren. Obwohl ich nichts verlieren konnte.
So fuhren wir los und suchten Derendingen. Trotz Plan fuhren wir gut 30 Minuten quer durch das Solothurnergebiet, bis wir endlich auf dem Hornuserplatz waren. Meine Startzeit war in 15 Minuten. Sofort ging ich mich anmelden und legte den Impf- und SKG-Ausweis vor. Ich spürte sofort die gelassene, freundliche Stimmung auf diesem Prüfungsplatz und wurde gleich viel ruhiger. Sie füllte den Zettel aus und sagte, ich könne kommen, wann ich mit meinem Hund bereit sei. Also ging ich mit I-Mac noch auf eine kleine Versäuberungsrunde und stellte mich dann an. Zuerst wurde ihm der Chip abgelesen und geprüft, ob der Eintrag mit dem Impfausweis übereinstimmt. Vom Ablesegerät war er nicht so begeistert und schaute es kritisch an.
Dann kam einer der Richter auf mich zu, rief meinen Namen. Ich meldete mich mit I-Mac und ging zu ihm. Sofort stellte er sich mit seinem Vornamen „Heinrich“ vor. Zuerst gingen wir einige Meter zusammen, dass sich Richter und Prüfling miteinander vertraut machen konnten. So kamen wir automatisch zum ersten Fähnchen, wo die Prüfung begann. Heinrich erklärte mir bei jedem neuen Abschnitt wieder, wie ich mit I-Mac laufen muss und was zu beachten sei. Wichtig war, dass er auch immer bestimmte, wann ich meinen Hund belohnen durfte. Goodies und Spielzeug dürfen an dieser Prüfung strickte, nicht gebraucht werden, ausser zur Belohnung zwischen den einzelnen Posten. So absolvierte ich mit I-Mac Posten für Posten immer das Gelernte der Hundeschulen Dreylaenderegg und Eichmättli im Hinterkopf. Ich führte meinen Hund mit Motivation und kurzen Befehlen in zügigem Schritt. Es gelang mir bestens. I-Mac zeigte sich von seiner allerbesten Seite und tat fast, als wäre für ihn die Prüfung selbstverständlich. Fast, als würde er mich ein wenig belächeln.

Dann kam sie, die Übung mit dem Abrufen von fremdem, rennenden Hunden. Ich spazierte mit I-Mac gegen den Zaun, wo ein Deutscher Schäfer hin und hergelockt wurde. I-Mac starrte den Hund zwar an, aber bewegte sich nicht wirklich von mir weg. So, konnte ich ihn auf Befehl des Richters ziemlich nahe bei mir wieder abrufen. Da er nicht gleich auf den ersten Befehl reagierte, hackte ich sofort mit einem zweiten Befehl nach, was mich dann einen halben Punkt kostete. Aber dieser Verlust war es mir wert, weil sonst die ganze Prüfung als Nichtbestanden gegolten hätte. Ist ein Hund von fremden Hunden nicht abzurufen, so fällt man sicher durch. Abgesehen, davon, dass man allgemein 70% der Gesamtpunktzahl (von 16 Punkten) erreichen muss.
Am Schluss wollte Heinrich noch sehen, ob ich meinem Hund Zähne, Ohren und Rute kontrollieren konnte und ob er ihn anfassen kann.
Als auch dies noch problemlos über die Bühne ging, richtete er sich wieder auf, schaute mich an und gratulierte mir zur bestanden Prüfung mit einer Gesamtpunktzahl von 15,5 Punkten.

In diesem Moment fiel mir ein Stein vom Herzen und ich lobte I-Mac über alles. Er hat vorbildlich mitgearbeitet und ich war stolz auf ihn. Heinrich ging mit mir zurück an das Anmeldepult und gab das Blatt mit meinem Ergebnis ab. Er verabschiedete sich und übernahm das nächste Team. Mein Freund gratulierte mir. Er war extra fern geblieben um I-Mac nicht abzulenken.

Nun war er an der Reihe. Seine Hündin Aika ist im Alltag schon so sehr auf ihn fixiert, dass wir da eigentlich keine Angst hatten, dass er es nicht schaffen würde. Zu Beginn hielt er die Leine etwas straff, was ihm einen ganzen Punkt kostete. Der Richter hätte gerne eine lockere Leinenführung gesehen. Aber die restlichen Übungen waren fehlerfrei und so schlossen auch er und Aika mit 15 Punkten ab.

Wir setzten uns danach noch ein wenig an die Sonne und beobachteten die restlichen Teams bei ihrer Prüfung. Leider gelang es dem einen oder anderen Halter nicht die Prüfung mit Erfolg abzuschliessen. Die meisten Hunde versagten, wenn es um das Abrufen vom fremden Hund ging. Aber Kopf hoch, sie dürfen die Prüfung ja wiederholen und ihre Hunde fielen ja nicht als aggressiv, sondern neugierig auf.

Urs, Aika, I-Mac und ich sind nun eine Erfahrung reicher. Ich kann das Hundehalterbrevet jedem empfehlen. Ich sehe es auch als Eigenschutz für Hundehalter und deren Hunde im Alltag.

Mit Elwira Schneitter, Beatrice Giger und der Hundeschule Dreylaenderegg sind wir ja in besten Händen.

An dieser Stelle nochmals besten Dank allen Gruppenleiterinnen.

Nadia und I-Mac

 

 

 

 
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