PfotePfotePfotePfotePfote WWW.EBNEPOWER.CH PfotePfotePfotePfotePfote
 

Zweitagesritt

In diesem Jahr, mussten Julianne und ich den Geschäftsausflug leider bei Zeiten verlassen. Für uns galt es, am Samstag, das Bett früh zu verlassen und unsere Pferde auf den bevor-stehenden Ritt vorzubereiten.

Um 06.00 Uhr in der Früh war füttern, putzen, satteln und Pick Nick einpacken angesagt. Meine Stute Jessika genoss ihr Morgenessen, während ich ihr Fell säuberte, die Eisen kontrollierte, Sattel und Satteltaschen auflegte.

Gegen 08.00 Uhr marschierte ich, auf den ca. 20 Minuten entfernten Hof Lämmlismatt. Dort besammelten sich alle Vereinsmitglieder und Gäste zum gemeinsamen Wanderritt. Julianne war mit ihrer Stute auch schon startklar. Bei Kaffe und Gipfeli wurden letzte Vorbereitungen getroffen. Mein Freund und eines der Mitglieder begleiteten uns mit dem Mountainbike. Im Veloanhänger sassen auch unsere Hunde, welche vom Alter her noch nicht die ganze Strecke laufen dürfen. Sie sind gerne dabei und dieses ist die optimale Lösung.

Die Pferde zogen in schnellem Schritt los, in Richtung Breitenbach. Bei der Durchquerung des Dorfes wurden die Nerven der Jungpferde strapaziert. Für die drei jungen Freiberger-stuten, welche uns auf unserem Ritt begleiteten, gab es vom Auto, über den Kinderwagen, bis zum Postauto viel Neues zu sehen. Sie waren bei diesen Neuentdeckungen etwas nervös. Die beruhigende Stimme ihrer Reiterinnen und die Ruhe der erfahrenen Pferde half ihnen jedoch diese Dorfdurchquerung mit Bravur zu meistern.
Eines der jungen Pferde gehört unter anderem Julianne, welche es eher mit Humor nahm, wann ihr Pferd mit grossen Augen der Strasse entlang ging.

Die ersten Sonnenstrahlen wärmten uns bereits, als wir über das Laufenfeld ritten. Es war fast wie im Film, wenn sich 11 Pferde durch die Morgensonne bewegten. Auf den Feldern lag Tau und die Spuren, der nächtlichen Streifzüge, von Reh und Fuchs waren immer noch zu erkennen, bevor sie von der wärmenden Sonne verwischt wurden.

Von Laufen ritten wir dem Bahngleis und der Birs entlang nach Bärschwil (Station). Der, entgegenkommende Regionalzug, war für unsere Vierbeiner ein weiteres Highlight. Wieder wurden die jungen Pferde von den älteren, erfahrenen Pferden gestützt und zeigten keinerlei Scheu vor dem vorbeibrausenden Zug.

Nun galt es einen steilen Aufstieg in Richtung Niederhuggerwald zu bewältigen. Vor diesem Aufstieg, lies mein Freund auch die Hunde rennen, damit der Veloanhänger etwas leichter wurde. Die Hunde schlossen sich für dieses steile Stück den Pferden an und begrüssten mich freudig. Nach einigen Metern erreichten wir den Niederhuggerwald, wo wir von Juliannes Freund und dessen Eltern zum Apero und Mittagessen empfangen wurden. Auf ihrem Hof konnten wir die Pferde anbinden und uns auf den Gartenstühlen ausruhen. Nach dem Mittagessen wären wir wohl alle gerne auf die Liegenstühle gelegen. Doch es war Zeit wieder in den Sattel zu steigen.

Dankend verliessen wir Julianes „Familie“ und setzten uns wieder in den Sattel. Weiter über die weiten Weiden, wo uns die jungen Rinder hüpfend ein Stück begleiteten. Durch die spätsommerlichen Wälder, weiter nach Movelier La Resselle, wo unser Ziel lag.

Nach 22 Tageskilometern Ritt waren wir am Ziel, wo wir und unsere Pferde freundlich empfangen wurden.
Die Ställe waren mit frischem Stroh und Heu eingestreut. Als erstes versorgten wir unsere Pferde, gönnten ihnen eine kühle Dusche, gaben ihnen Kraftfutter und Wasser und brachten sie zur Erholung im Stall unter.

Die meisten von uns genossen zuerst die Aussicht und Ruhe auf dem Hof. Wer ganz genau schaute, sah vom Hofplatz aus in der Ferne das Dorf Fehren, in welchem auch unser Start lag.

Danach brachten wir unser Gepäck, welches durch eines der Vereinsmitglieder auf den Hof gefahren wurde auf den Heustock. Dort lag ausgebreitetes Stroh bereit, auf welchem wir unsere Schlafsäcke ausrollten. Nachdem, das Nachtlager bezogen war und die frischen Kleider übergezogen, begaben wir uns zum Nachtessen im Wagenschopf. Familie Linder stellte für uns Tische und Bänke bereit und schmückte den Schopf mit Blumen. Frau Linder kochte für uns ein feines Nachtessen und verwöhnte uns mit Mineralwasser, Wein, Dessert, Kaffee und Schnaps.

Nach dieser ausgiebigen Verpflegung und interessanten Gesprächen unter Pferdeliebhabern suchten wir nach unseren Taschenlampen. Durch den dunklen Hof, begaben wir uns rauf zum Stall um nochmals nach unseren Pferden zu sehen. Danach kuschelten wir uns endgültig in den Schlafsack. Die Müdigkeit siegte. Immer wieder waren die girrenden Tore, welche durch den warmen Wind bewegt wurden zu hören und es erinnerte ein wenig an ein Geisterfilm. Hin und wieder schnaubte eines der Pferde oder die Rinder stiessen mit ihrem Körper gegen die Stallwand. Die Nacht erinnerte an ein Abenteuer in den Tropen. Es war warm und feucht.

Im Morgengrauen wurden wir mit dem Einschalten der Melkmaschine geweckt. Nach und nach krochen die verschlafenen Gestalten aus den Schlafsäcken. Nach einem feinen Bauernfrühstück verabschiedeten wir uns wieder von Familie Linder.

Unser Heimritt führte nach Kleinlützel, auf die Challhöhe, weiter auf die Dittinger Bergmatte. Gegen 12.00 Uhr und nach den ersten14 Tageskilometern trafen wir beim Restaurant ein. Dort kamen noch Vereinsmitglieder und Gäste, welche mit den Autos zu uns stiessen und mit uns das Mittagessen genossen. Unsere Hunde waren bereits wieder müde vom Mitrennen und Veloanhänger fahren. Sie legten sich brav neben den Tisch und sorgten wieder einmal mehr für Gesprächsstoff, weil sie so brav mitmachten.

Nach dem Mittagessen rafften wir uns auf. Ein letztes Mal, galt es in den Sattel zu steigen, die Zügel aufzunehmen und die Pferde in Richtung Zwingen zu weisen. Beim Dorfausgang von Zwingen konnten wir wieder in den Wald abzweigen. Unterwegs verabschiedete sich eine Reiterin, welche in Brislach wohnte und nicht mehr bis zum Ziel reiten wollte. Die restlichen 9 Reiter, waren froh als sie nach dem Abteuer und den 32 Tageskilometern wieder gesund und zufrieden am Ziel ankamen. Ein schöner Wanderritt ging zu Ende. Schön, dass Julianne und ich ausser gemeinsam arbeiten auch einmal gemeinsam reiten durften. Wir freuen uns auf das nächste Jahr.

 

 
www.ebnepower.ch